Montag, 12. April 2010

Blog wird vorerst mal eingestellt

Liebe Blog-Leser (falls überhaupt solche verblieben sind)

Dieser Blog wird (zumindest vorübergehend) eingestellt. Dies aus verschiedenen Gründen:

1) Uns fehlt die Zeit zum Bloggen bzw. wir wollen die Zeit gezielter lokal einsetzten.
2) Unsere regelmässigen Newsletter decken etwas dasselbe ab wie der Blog.
3) Neue Fötelis von uns können auch auf facebook betrachtet werden :)

Danke fürs Lesen!!

Dienstag, 9. Februar 2010

Wir sind umgezogen

Hier folgen einige Eindrücke unserer neuen Wohnung, welche nur eine 6-spurige Strasse von der vorherigen Unterkunft entfernt liegt...Details: 1 Schlafzimmer, 1 Wohnundkochraum, 1 Bad...ca. 40 Quadratmeter...
 

Zudem noch ein Bild, das zeigt, was ein Hochdruckreiniger und eine Schablone verrichten können, ohne bleibenden Schaden anzurichten...einfach den Dreck von der Strasse wegspritzen...Nachahmung empfohlen!!



Zuletzt möchten wir noch auf folgendes Video aufmerksam machen:
http://www.youtube.com/watch?v=wyxcxwwdqks

Freitag, 29. Januar 2010

Es geht was!

Liebe Blogleser!
Schon zwei Wochen nichts mehr geschrieben...es geht uns gut! Kaum vier Wochen in Vancouver und schon sind wir mitten in allerlei Aktivitäten! Zwei davon möchte ich hier kurz beschreiben:

Creative World Justice
Schon mal versucht, 50 Leute in eine 3-Zimmer-Wohnung zu pferchen? Dies geschieht jeweils bei uns am Dienstag Abend (wobei wir für die letzten Treffen die zweite Wohnung geöffnet haben), wenn sich eine gemischte Gruppe aus Randständigen, Aktivisten, Interessierten, Servants-Teammitglieder etc. zu einer gemeinsamen Mahlzeit und dann zu Worship und einer Diskussions- bzw. Aktionsrunde versammelt. Ziel ist es, mit gezielten Aktionen ein breites Publikum zu erreichen, um zu sensibilisieren und zu protestieren ("holy mischief", heiligen Unfug treiben) in bereichen der sozialen Gerechtigkeit. Nächster Hauptschwerpunkt: die Olympischen Spiele. Nächste geplante Aktion: mit Hochdruckreiniger und Schablonen Sätze, die gegen Frauenhandel und Prostitution sprechen, in die Strassen zu spritzen (das Wasser wäscht den Dreck weg und hinterlässt so "schadenfrei" ein Wort.)

Prehab
Eben hatten wir einen jungen Mann für eine Woche bei uns für den Übergang von der Strasse in ein Rehabilitationsprogramm. Dies bedeutet eine 24-Stunden-Betreuung, die wir auf ca. 6 Leute aufgeteilt haben. Es ist toll, die Veränderungen sehen zu dürfen, die sich bereits in dieser ersten drogenfreinen Woche zeigt.

Im weiteren bin ich diese Woche einem lokalen Odachlosen-Fussballteam beigetreten, was mir helfen sollte, langsam wieder in Form zu kommen :)

Es läuft immer was hier, und wir dürfen wirklich viel positive Veränderung erleben in den Leuten, mit denen wir unterwegs sind. Wir sind sehr ermutigt, und auch froh, wieder einen geordneteren Tagesablauf zu haben nach den Monaten unterwegs.

Am Montag können wir auch in eine eigene (kleine 2-Zimmer) Wohnung einziehen...

Genaueres dann im nächsten Newsletter!

Zur Zukunft dieses Blogs: vermutlich werden sich die Beiträge zeitlich etwas ausdünnen in nächster Zeit...wir merken, dass die Kommunikation auf verschiedenen Ebenen (skype, email, blog, newsletter, facebook) einiges an Zeit beansprucht und wollen daher etwas zurückfahren.

Freitag, 15. Januar 2010

Interessantes Video zur Downtown Eastside

Liebe Blog-Leser!
Damit ihr euch etwas besser vorstellen könnt, wo wir wohnen, habe ich einen Link zu einem interessanten Youtube-Video eingefügt, der einen Einblick in die dunkle Seite unserer Nachbarschaft gibt...obwohl ich sagen muss, dass es im Videoclip noch krasser aussieht als im Alltag hier...wir sehen auch immer wieder Veränderung, Leute, die von den Drogen loskommen und Gott finden...dies ist unglaublich ermutigend!





Freitag, 8. Januar 2010

Mühsame Leute?

Happy New Year! Hoffentlich seid ihr erfolgreich ins neue Jahr gestartet! Wir sind seit einigen Tagen nun offiziell Teil des Servants Vancouver Teams und haben uns für ein Jahr verpflichtet, dann werden wir sehen, wie und wo es weitergeht.

Für den Monat Januar ist es sehr eng hier. Wir haben provisorisch ein kleines Zimmer in der Gemeinschaft übernehmen können, in einer kleinen 3-Zimmer-Wohnung, die wir mit 4 anderen Erwachsenen und vielen Gästen teilen. Zum Glück steht eine 2-Zimmer-Wohnung in Aussicht für Februar.

Arbeitsmässig sind wir schon recht in Schwung gekommen. Ich (Thomas) hab meine Büroaufgaben (v.a. Organisation von Events und Übersetzungen) übernommen, was ca. 2 Tage beansprucht. Daneben besuche ich regelmässig das Drop-In Center, bin da für Gäste in der Gemeinschaft (Gespräche, kochen, einkaufen, putzen etc.) und bin daran, mich zu informieren, wie und wo ich Leuten aus der Downtown Eastside mit Nachhilfe (z.B. Lesetrainings etc.) helfen kann....daneben übernehme ich etwas weniger als die Hälfte der Betreuungsaufgaben von Ellie....also ein ziemlich ausgewogenes Programm!

Folgende Gedanken aus dem Gemeinschafts-Alltag:

Er kommt jeden Tag um 4 Uhr am Nachmittag. Ein Mann mit Suchtvergangenheit, Ende 40, redeselig, sehr überzeugt von seinen eigenen Ansichten....er läutet, und als ich die Türe öffne, streckt er Ellie wortlos ein Glacé ins Gesicht und marschiert die Treppe hoch. Ich bin eigentlich am Kochen. Er kommt in die Küche, macht einige nicht allzu ermutigende Sprüche über meine Kochfortschritte, diskutiert mit mir über die richtige Art, meine Lasagne zuzubereiten, gibt (in diesem Moment absichtlich) schrille Tourett-Laute von sich...eigentlich müsste ich mich beeilen, damit das Abendessen für die knapp 20 Leute um 6 Uhr zubereitet ist...eigentlich hab ich keine Lust oder Zeit oder Energie, um mich beim Kochen stören zu lassen....eigentlich nervt mich, dass mich jemand in meinen Abläufen stört.....
Wenn ich nur diese Seite der Medaille anschaue, dann bin ich bewegt, die Türe das nächste Mal nicht mehr zu öffnen, oder mindestens die Küche abzuschliessen...wenn ich aber die Geschichte hinter dem Mann kennenlerne, weiss ich, dass unsere Türen offen sein müssen.
Besagte Person war jahrelang wegen seinem Tourett-Syndrom (Laute und Wörter kommen unkontrollierbar über die Lippen) in sein Zimmer verschanzt, ohne jeglichen Kontakt nach aussen. Er sagt, dass seine einzigen Freunde in der Servants-Gemeinschaft leben, und er hat sich (sagt man mir) im Vergleich zu der Zeit, als seine Besuche begannen (vor ca. 2 Jahren) schon extrem entwickelt, was seine sozialen Fähigkeiten anbelangt....

So merke ich hier, wie stark ich herausgefordert bin, die Menschen hinter dem manchmal abstossenden Äusseren und den oft herausfordernden Umgangsformen kennen zu lernen. Eigentlich ganz selbstverständlich als Christ...und doch häufig so herausfordernd in der Umsetzung.

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Nur ganz kurz: Wir besitzen seit gestern Arbeitsvisa für Kanada (religious work) und können so sicherlich ein Jahr in Vancouver bleiben, falls dies mit dem Servants-Team in Ordnung geht.

Ich möchte folgendes Video empfehlen ( http://www.vimeo.com/8450561). Es stammt von einer grossen Missionskonferenz in den USA. Der Referent spricht über Inkarnation und nimmt dabei Servants to Asia's Urban Poor als Beispiel! Leider nur in Englisch verfügbar...

Allen ein gutes neues Jahr!!


Dienstag, 29. Dezember 2009

Christmas (von Ash im falschen Blog veröffentlicht :)

First in Downtown Eastside Vancouver, we had a Christmas party with our friends... offering more than the food and drink that meets their physical needs, we offer them as well community and fellowship. The ambiance was great. People felt welcomed and at ease and open to share their life stories. There was lots of great food, laughter, music and even dancing! We had fun and peoples' lives were touched, as one grown man even cried at the experience of God's love in our midst.

The last picture is of our local Vineyard church that we've now started going to. They meet all together every other week in the community center for their worship services and then the other weeks in their home groups at people's houses.


Farther south, down in California, we celebrated Christmas with the family. It was a nice week of just being together, playing games, eating, watching a movie or two, joking and laughing.... It was fun and as well very meaningful for us, since we had not spent Christmas in Cali since 2002. Since it was a short week, we just mainly focused on being with the family and didn't really have time to meet with any other people. Maybe next time, we'll be able to meet up with some more friends as well.


Merry Christmas to all of you and a Happy New Year!!!!!!!!

Dienstag, 22. Dezember 2009

Die etwas andere Weihnachtsfeier

Adventszeit in der Downtown Eastside...was heisst das? Verschiedenste Kirchgemeinden und wohltätige Organisationen kommen, um heisse Schokolade, Suppe, Sandwiches, Socken, Jacken etc. auszuhändigen...kein Problem für die Obdachlosen, den Magen zu füllen...und dabei bleibt es dann meistens auch.

Bei Servants versuchen wir, neben dem Essen auch Freundschaft anzubieten. Da wir mitten in der Downtown Eastside wohnen, ist dies natürlich einiges einfacher als für die Organisationen, die nur für einen Tag oder einmal pro Monat kommen.

Am 18. Dezember haben wir unsere Türen, die ja grundsätzlich jederzeit für Besucher offen stehen,  für eine Weihnachtsfeier geöffnet. Für mich persönlich eine sehr wertvolle Erfahrung, wie das Feiern der Geburt Jesu die Leute echt berührt...wie eben auch Tränen dieser Hoffnung Ausdruck geben können...wie jeder und jede einzelne nicht nur zerbrochen, sondern auch auserwählt und gesegnet ist...wie wir alle schlussendlich gar nicht so verschieden sind, egal, ob wir auf der Strasse leben oder nicht...

Es folgen einige Fotos, die einen kleinen Eindruck der Feier vermitteln:


Mittwoch, 9. Dezember 2009

Ups and downs

Der letzte Blogeintrag war gerade vor Ashleen's Krankheit. 10 Tage später scheint diese überwunden. Es war eine ermüdende und teils nervenaufreibende Zeit. Wir haben von neuem gesehen, dass ein Leben in den Tropen auch gesundheitlich eine Herausforderung ist. Hier folgt ein kurzer Rückblick (ohne Fotos, die wären nicht besonders anschaulich :).

Am Sonntag Morgen wächt Ashleen mit hohem Fieber und starken Kopfschmerzen auf. Als Bauchschmerzen dazukommen, nehmen wir an, es sei eine Magen-Darmgrippe und hoffen, den Flug am Montag nehmen zu können. Am Montag kommt ein Ausschlag im Gesicht und z.T. Körper dazu...wir gehen ins Spital zur Abklärung. Die Ärztin diagnostiziert Upper Respiratory Stem Infection (Infektion der oberen Atemwege), was uns verwundert, da Ashleen kaum hustet. Trotzdem beginnt Ashleen eine Antibiotika-Kur.

Bis Donnerstag geht es gesundheitlich immer schlechter. Zeit, wieder ins Spital zu gehen. Diesmal behalten sie Ashleen, sie ist dehydriert. Weitere Bluttests folgen. Nächste Diagnose: Typhoid fever (Typhus)...was uns schockiert, da eine vierwöchige schwere Erkrankung vor uns zu liegen scheint. Die Vorstellung, mit Ellie während Wochen zwischen Spital und Unterkunft zu pendeln, ist alles andere als erheiternd.

Am Freitag dann die halb-erlösende Botschaft, dass es vielleicht doch nicht Typhus sei. Wir fühlen uns nicht sehr gut informiert durch die Ärzte, sehen aber, dass es gesundheitlich besser geht. Am Samstag dann die überraschende Meldung, Ashleen könne das Spital mehr oder weniger sofort verlassen.

Noch immer haben wir keine genaue Diagnose, werden wohl auch keine mehr erhalten...auf dem ärztlichen Attest steht "systemic viral infection", was so ziemlich vieles sein könnte.

Am vergangenen Montag sind wir mit einer Woche Verspätung nach Vancouver geflogen. Zum Glück war das Flugzeug so leer, dass wir bisweilen 12 (!) Sitze beanspruchten (haben uns alle drei hingelegt :). Im Moment versuchen wir uns von Jetlag und Krankheit zu erholen (Ellie ist die halbe Nacht wach) und beginnen wieder mit unseren Aufgaben hier (Thomas wird z.B. die Servants-website auf Deutsch übersetzten).

Wie es für uns weitergeht, wollen wir bis Ende Jahr entschieden haben!


Samstag, 28. November 2009

Zwei überraschende Wochen

Dieses Wochenende geht unsere Zeit in Manila zu Ende. Es waren zwei intensive Wochen, nicht unbedingt arbeitsmässig (obwohl wir einiges unternommen haben), sondern vielmehr als Familie (Ellie's Anpassungsphase hat doch mehr als eine Woche gedauert) und innerlich (wir haben uns stark mit der Option Manila für uns als Familie auseinander gesetzt und auch Gespräche mit Servants geführt). So wurde aus der "Verlegenheitslösung Manila" (wir hatten ja einfach den ursprünglichen Burma-Flug nach Manila umgebucht) eine Zeit der Reflektion und der Auseinandersetzung mit der Möglichkeit, diese Metropole unser neues Zuhause zu machen. Dies hätte einige Vorteile: mein Bruder Daniel und seine Familie sind hier, wir kennen bereits das gesamte Servants-Team, wir wären ziemlich flexibel in unserer Zeitplanung (wann wir kommen wollen). Wir werden wohl in den nächsten Wochen definitiv entscheiden!

Nun gehts also zurück in den Winter, nach Vancouver. Hoffentlich sind unsere Winterkleider bisweilen angekommen (danke, Jonny!!) Dort werden wir weiterhin v.a. als Gastgeber mithelfen und uns gleichzeitig auf den nächsten Einsatzort vorbereiten (v.a. sprachlich). Zudem wurde ich gebeten, die Servants-Webseite ins Deutsche zu übertragen, was wohl einen Grossteil meiner Zeit beanspruchen dürfte.

Es folgen nun noch einige Eindrücke unserer Arbeit (und Freizeit) hier...und Ellie mit Cousin Abiah:


Donnerstag, 19. November 2009

Manila (again)

Fast eine Woche sind wir jetzt in Manila. Nach 2003 und 2007 ist dies der dritte Besuch und so ist auch der erste (oder eben dritte) Eindruck aus dem Taxifenster ein Wiederentdecken der schon bekannten Düfte und Bilder...gewissermassen eine Reise zurück zu den Erinnerungen der vorangegangenen Besuche...so komisch dies tönt, aber die Mega-Metropole hat diese Mal fast etwas ein wenig "Heimeliges" an sich nach all der Reiserei...
wir fühlen uns zumindest schnell wohl im neuen Heim (für zwei Wochen)...

Ganz anders scheint es Ellie zu ergehen. Die ziemlich wilden Kids im Shelter (wo Strassenkinder vorübergehend aufgenommen werden) bedrängen sie von der ersten Sekunde an und sind aufgeregt, dass ein kleines blondes Mädchen ihren Alltag bereichert. Ellie findet dies nicht so toll und ist, kombiniert mit bald einsetzendem Durchfall und andauerndem Schwitzen, während den ersten fünf Tagen ziemlich erledigt. Heute Donnerstag scheint sie aber ihre gewohnte Lebensfreude wieder gefunden zu haben.

Was machen wir hier während den zwei Wochen? Grundsätzlich helfen wir Thomas' Bruder Daniel in seiner Arbeit mit der Onesimo Bullilit Stiftung, die ihren Fokus auf Strassenkindern hat. Dies hat in der letzten Woche ein ziemlich abwechslungsreiches Programm ergeben:

- Katalogisieren der internen Staff-Bibliothek (was Thomas' Schwester Rahel schon begonnen hat, great job!)
- Mit den Kindern Wände bemalen.
- Den Kids Englisch-Stützunterricht geben und mit den Hausaufgaben helfen.
- Auf die Strasse gehen und mit den Strassenkids spielen.
- Mit den Kids im Shelter (wo wir auch wohnen) Zeit verbringen - Baskettball spielen, Gitarre zupfen, baden (in einem kleinen aufblasbaren Gartenbad, nicht am Strand :), essen, rumhägen etc.

Wir geniessen die praktischen Einsätze sehr und fühlen den Kulturstress nicht so stark wir auch schon, was uns hilft, den Ellie-Stress besser zu bewältigen. Ellie's Arm ist übrigens gut verheilt (wir nehmen es zumindest an :)

Persönlich lerne ich (Thomas) immer mehr, mich durch die Umstände nicht stressen zu lassen (z.B. wenn das Gefühl aufkommt, nicht sehr effizient zu sein oder nicht viel zu leisten) und mehr einfach den Moment zu leben, wie er sich präsentiert. Dazu eine Buchempfehlung: "Compassion" (Barmherzigkeit) von Henri Nouwen.

Ok, ihr habt euch durch den Text gekämpft, als Belohnung wie immer einige farbige Eindrücke:


Freitag, 13. November 2009

Von Vancouver via Hawaii nach Manila

Endlich mal wieder ein Blogeintrag, hoffentlich habt ihr nicht zu oft vergebens reingeschaut...

Nach etwas mehr als zwei intensiven Wochen in Vancouver haben wir erneut ein Flugzeug bestiegen, Destination Honolulu. Warum in aller Welt stoppen zweieinhalb Servants-Mitarbeiter auf dieser Touristeninsel? Gute Frage. Uns war selbst nicht ganz wohl, als wir im Flugzeug nach Hawaii sassen. Der Grund ist folgender: Geplant haben wir diese Reise im letzten Februar, in der Annahme, dass wir ab Mitte November in Burma sein würden. Wir haben gedacht, dass uns vor einer wohl nicht ganz einfachen ersten Zeit in Burma und nach einer hektischen Zeit in Nordamerika mit vielen Besuchen einige Tage am Strand als Familie gut tun würden.

Und Hawaii hat uns wirklich gut getan (was wohl für fast jeden zutrifft, der hier strandet). Gesegnet wurden wir z.B. mit unserem "Zimmer" in einer Pension, das sich zu unserem positiven Erstaunen als Studio mit eingerichteter Küche herausgestellt hat. Wohl der einzige negative Aspekt waren die grossen Wellen...d.h. nicht die Wellen an sich, sondern die Tatsache, dass wir sie beim Boogyboarden (mit einem kleinen Brett, auf dem man liegt) unterschätzt haben und sie sowohl Thomas als auch Ashleen mit ziemlicher Gewalt auf den glücklicherweise sandigen Untergrund schleuderten...am Tag darauf hat uns alles weh getan.

Ellie liebt den Strand! Auch Wellen machten ihr keine Angst, sondern animierten sie, sich mitten hinein zu stürzen...was als Eltern zu einigen milden Schreckensmomenten führte....Auch Ellies Handgelenksriss (von einem Sturz vom Sofa in Vancouver) konnte sie nicht vom Badespass abhalten. Ok, jetzt endlich einige Photoimpressionen:



Seit gestern sind wir nun in Manila (wir hatten den Flug nach Bangkok, um dann nach Burma....und haben ihn dann einfach nach Manila geändert, weil ich wegen meinem US-Visum Nordamerika verlassen musste), wo wir knapp drei Wochen meinen Bruder besuchen und ihm in seiner Arbeit unter Strassenkindern helfen werden. Davon mehr im nächsten Blog! Danke fürs Lesen und allen liebe Grüsse!


Dienstag, 27. Oktober 2009

Servants-Gemeinschaft

Seit etwas mehr als einer Woche leben und arbeiten wir nun schon in der Vancouver Servants-Gemeinschaft mit. Hier ein kleiner Einblick in unseren Tagesablauf:

6:45 bis 8:30 Uhr (2 Mal pro Woche) Besuch eines lokalen Drop-In Centers für Obdachlose. Gemeinschaft bei Kaffe und Gebäck, gefolgt von worship und einem Input.

9:00 Gebet im Team, z.T. auch zusammen mit anderen Gemeinschaften.

9:30 - 12.00 Arbeit in verschiedenen Projekten, z.B. im Community-Garten, Besuche, Kunstprojekte etc.

12.15 Gebet, z.T. wieder mit anderen Gruppen zusammen

Nachmittag wieder Arbeit in verschiedenen Projekten

ab ca. 17 Uhr  treffen verschiedenste Leute fürs gemeinsame Nachtessen ein, welches dann ab 18 Uhr bis ca. 20 Uhr dauert.

20 - 21 Uhr an verschiedenen Abenden Teamweiterbildung, Creative World Justice meeting u.a.

21 Uhr Gebet in der Gemeinschaft

Uns gefällt besonders der Rhythmus der Gemeinschaft, der durch die 3 Gebetszeiten gegeben ist. So besteht neben viel Ungeplantem (Besuche von Leuten von der Strasse) eine Grundstruktur, die der Gemeinschaft Stabilität und Verbundenheit stiftet.
In den praktischen Projekten versuchen wir immer noch, Fuss zu fassen, da sehr vieles eher langfristig über Beziehungen läuft (das eigentliche Ziel sind Beziehungen, da in Downtown Eastside schon genug andere "service providers" bestehen, die Essen aushändigen oder Traktate verteilen). Zum Glück für mich gibt es aber auch konkrete "hands on" Dinge zu tun, wie z.B. die Pflege des Communitiy-Gartens.

Ok, hier noch einige Bilder:

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Downtown Eastside Vancouver

Sonntag Mittag sind wir in Vancouver gelandet. Es ist nicht das erste Mal für uns in dieser super schön zwischen Bergen und Meer gelegenen Hafenstadt...die Umstände jedoch könnten wohl kaum verschiedener sein. Letztes Mal haben wir bei Freunden in der reichen und schönen Downtown-Area gewohnt, dieses Mal gings in die Downtown Eastside, ein heruntergekommenes Quartier mit über 2000 Obdachlosen und der höchsten HIV-Quote ausserhalb Afrikas. (Mehr interessante Hintergrundinfos auf http://www.servantsasia.org/index.php/canada/vancouver-community).

Hier werden wir für die nächsten 2 Wochen und dann ab Dezember nochmals einige Zeit wohnen, bis wir wissen, wie es für uns genau weitergeht. Servants Vancouver ist eine sogenannte "Intentional Community", wo die Teammitglieder in einer Gemeinschaft mit regelmässigen Strukturen wie Gebet oder gemeinsame Mahlzeiten leben und "radikale Gastfreundschaft" zu pflegen versuchen. D.h. dass die Türen jederzeit offen sind für Leute von der Strasse, die hier Gemeinschaft erleben können. Das Angebot wird auch rege genutzt, vor allem ums Abendessen herum.
Neben 4 festen Teammitgliedern sind 3 Leute hier, die sich für Einsätze in Asien vorbereiten, und einige, die ausserhalb wohnen, aber viel Zeit hier verbringen und mithelfen. Zusammen mit uns sind wir ca. 10 Erwachsene und 3 Kinder in der Gemeinschaft. Dazu kommen jeweils 1-10 Gäste.

Die Nachbarschaft hier ist ziemlich rauh, es ist viel kälter als in Kalifornien und es hat viele viele neue Leute. Das macht v.a. Ellie ein wenig zu schaffen! Sonst geht es uns gut, wir sind daran, uns vom Kulturschock zu erholen und sind schon voll in die "ministries" eingestiegen...Leute in drop-ins treffen, im Garten arbeiten, Büroarbeiten erledigen, für die Gemeinschaft kochen etc. Es wird uns wohl nicht mehr so schnell langweilig :)

Unten einige erste Eindrücke: Unser Zimmer, der Gemeinschaftsbereich, der Gemeinschaftsgarten.