Samstag, 28. November 2009

Zwei überraschende Wochen

Dieses Wochenende geht unsere Zeit in Manila zu Ende. Es waren zwei intensive Wochen, nicht unbedingt arbeitsmässig (obwohl wir einiges unternommen haben), sondern vielmehr als Familie (Ellie's Anpassungsphase hat doch mehr als eine Woche gedauert) und innerlich (wir haben uns stark mit der Option Manila für uns als Familie auseinander gesetzt und auch Gespräche mit Servants geführt). So wurde aus der "Verlegenheitslösung Manila" (wir hatten ja einfach den ursprünglichen Burma-Flug nach Manila umgebucht) eine Zeit der Reflektion und der Auseinandersetzung mit der Möglichkeit, diese Metropole unser neues Zuhause zu machen. Dies hätte einige Vorteile: mein Bruder Daniel und seine Familie sind hier, wir kennen bereits das gesamte Servants-Team, wir wären ziemlich flexibel in unserer Zeitplanung (wann wir kommen wollen). Wir werden wohl in den nächsten Wochen definitiv entscheiden!

Nun gehts also zurück in den Winter, nach Vancouver. Hoffentlich sind unsere Winterkleider bisweilen angekommen (danke, Jonny!!) Dort werden wir weiterhin v.a. als Gastgeber mithelfen und uns gleichzeitig auf den nächsten Einsatzort vorbereiten (v.a. sprachlich). Zudem wurde ich gebeten, die Servants-Webseite ins Deutsche zu übertragen, was wohl einen Grossteil meiner Zeit beanspruchen dürfte.

Es folgen nun noch einige Eindrücke unserer Arbeit (und Freizeit) hier...und Ellie mit Cousin Abiah:


Donnerstag, 19. November 2009

Manila (again)

Fast eine Woche sind wir jetzt in Manila. Nach 2003 und 2007 ist dies der dritte Besuch und so ist auch der erste (oder eben dritte) Eindruck aus dem Taxifenster ein Wiederentdecken der schon bekannten Düfte und Bilder...gewissermassen eine Reise zurück zu den Erinnerungen der vorangegangenen Besuche...so komisch dies tönt, aber die Mega-Metropole hat diese Mal fast etwas ein wenig "Heimeliges" an sich nach all der Reiserei...
wir fühlen uns zumindest schnell wohl im neuen Heim (für zwei Wochen)...

Ganz anders scheint es Ellie zu ergehen. Die ziemlich wilden Kids im Shelter (wo Strassenkinder vorübergehend aufgenommen werden) bedrängen sie von der ersten Sekunde an und sind aufgeregt, dass ein kleines blondes Mädchen ihren Alltag bereichert. Ellie findet dies nicht so toll und ist, kombiniert mit bald einsetzendem Durchfall und andauerndem Schwitzen, während den ersten fünf Tagen ziemlich erledigt. Heute Donnerstag scheint sie aber ihre gewohnte Lebensfreude wieder gefunden zu haben.

Was machen wir hier während den zwei Wochen? Grundsätzlich helfen wir Thomas' Bruder Daniel in seiner Arbeit mit der Onesimo Bullilit Stiftung, die ihren Fokus auf Strassenkindern hat. Dies hat in der letzten Woche ein ziemlich abwechslungsreiches Programm ergeben:

- Katalogisieren der internen Staff-Bibliothek (was Thomas' Schwester Rahel schon begonnen hat, great job!)
- Mit den Kindern Wände bemalen.
- Den Kids Englisch-Stützunterricht geben und mit den Hausaufgaben helfen.
- Auf die Strasse gehen und mit den Strassenkids spielen.
- Mit den Kids im Shelter (wo wir auch wohnen) Zeit verbringen - Baskettball spielen, Gitarre zupfen, baden (in einem kleinen aufblasbaren Gartenbad, nicht am Strand :), essen, rumhägen etc.

Wir geniessen die praktischen Einsätze sehr und fühlen den Kulturstress nicht so stark wir auch schon, was uns hilft, den Ellie-Stress besser zu bewältigen. Ellie's Arm ist übrigens gut verheilt (wir nehmen es zumindest an :)

Persönlich lerne ich (Thomas) immer mehr, mich durch die Umstände nicht stressen zu lassen (z.B. wenn das Gefühl aufkommt, nicht sehr effizient zu sein oder nicht viel zu leisten) und mehr einfach den Moment zu leben, wie er sich präsentiert. Dazu eine Buchempfehlung: "Compassion" (Barmherzigkeit) von Henri Nouwen.

Ok, ihr habt euch durch den Text gekämpft, als Belohnung wie immer einige farbige Eindrücke:


Freitag, 13. November 2009

Von Vancouver via Hawaii nach Manila

Endlich mal wieder ein Blogeintrag, hoffentlich habt ihr nicht zu oft vergebens reingeschaut...

Nach etwas mehr als zwei intensiven Wochen in Vancouver haben wir erneut ein Flugzeug bestiegen, Destination Honolulu. Warum in aller Welt stoppen zweieinhalb Servants-Mitarbeiter auf dieser Touristeninsel? Gute Frage. Uns war selbst nicht ganz wohl, als wir im Flugzeug nach Hawaii sassen. Der Grund ist folgender: Geplant haben wir diese Reise im letzten Februar, in der Annahme, dass wir ab Mitte November in Burma sein würden. Wir haben gedacht, dass uns vor einer wohl nicht ganz einfachen ersten Zeit in Burma und nach einer hektischen Zeit in Nordamerika mit vielen Besuchen einige Tage am Strand als Familie gut tun würden.

Und Hawaii hat uns wirklich gut getan (was wohl für fast jeden zutrifft, der hier strandet). Gesegnet wurden wir z.B. mit unserem "Zimmer" in einer Pension, das sich zu unserem positiven Erstaunen als Studio mit eingerichteter Küche herausgestellt hat. Wohl der einzige negative Aspekt waren die grossen Wellen...d.h. nicht die Wellen an sich, sondern die Tatsache, dass wir sie beim Boogyboarden (mit einem kleinen Brett, auf dem man liegt) unterschätzt haben und sie sowohl Thomas als auch Ashleen mit ziemlicher Gewalt auf den glücklicherweise sandigen Untergrund schleuderten...am Tag darauf hat uns alles weh getan.

Ellie liebt den Strand! Auch Wellen machten ihr keine Angst, sondern animierten sie, sich mitten hinein zu stürzen...was als Eltern zu einigen milden Schreckensmomenten führte....Auch Ellies Handgelenksriss (von einem Sturz vom Sofa in Vancouver) konnte sie nicht vom Badespass abhalten. Ok, jetzt endlich einige Photoimpressionen:



Seit gestern sind wir nun in Manila (wir hatten den Flug nach Bangkok, um dann nach Burma....und haben ihn dann einfach nach Manila geändert, weil ich wegen meinem US-Visum Nordamerika verlassen musste), wo wir knapp drei Wochen meinen Bruder besuchen und ihm in seiner Arbeit unter Strassenkindern helfen werden. Davon mehr im nächsten Blog! Danke fürs Lesen und allen liebe Grüsse!